Das Projekt „IdA“ ist ein innovativer Ansatz zur Unterstützung älterer Menschen während eines Krankenhausaufenthalts aufgrund einer körperlichen Erkrankung. Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen wie beispielsweise Demenz ist eine Veränderung ihrer Gewohnheiten z. B. durch einen notwendigen Krankenhausaufenthalt oft sehr belastend. Verwirrtheitszustände (Delir), herausforderndes Verhalten und erhebliche Verschlechterungen der Alltagsfertigkeiten können die Folge sein.

In einer ausführlichen Eingangsuntersuchung ermitteln speziell geschulte Koordinatoren den Hilfebedarf und die Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen des Projektes. Ein individueller Maßnahmenplan unter Einbeziehung der Angehörigen und Vernetzung mit kooperierenden Hausärzten und/oder Pflegeeinrichtungen ermöglicht Orientierungshilfen, Tagestruktur und Begleitung während des Krankenhausaufenthaltes.

Zusätzlich zu diesen Einzelmaßnahmen werden im Rahmen der Gruppenbetreuung gemeinsames Musizieren, Basteln und Gruppengespräche angeboten. Das fördert den sozialen Kontakt und Austausch, vermeidet Einsamkeit und stärkt das Selbstvertrauen der Patienten in ihre Fähigkeiten.

Wofür steht die Abkürzung „IdA“?

„IdA“ steht für Interdisziplinäre demenzsensible Akutversorgung und beschäftigt sich mit der Optimierung der stationären Versorgung von älteren Patienten mit akutem somatischen Behandlungserfordernis und kognitiven Einschränkungen unter systematischer Vernetzung mit der ambulanten Versorgung.

Welche Patienten können am Projekt „IdA“ teilnehmen?

  • Ältere Patienten ab 70 Jahren, die wegen einer akuten körperlichen Erkrankung in einer der teilnehmenden Kliniken versorgt werden und unter einer kognitiven Beeinträchtigung z. B. Demenz leiden
  • Alle Patienten, die mindestens 4 Tage stationär aufgenommen werden
  • Soweit die Eingangsuntersuchung Bedarf und Eignung aus fachlicher Sicht bestätigt und die Einwilligung vorliegt, können Patienten von AOK Nordost, Bahn BKK oder KNAPPSCHAFT im Projekt betreut werden

Welche Vorteile bringt das Projekt „IdA“?

  • Verbesserung der Versorgung von älteren Patienten
  • Entlastung der Mitarbeiter auf den somatischen Stationen, bspw. Innere, Chirurgie
  • Detaillierte Analyse des demenzspezifischen Hilfebedarfs und bedarfsgerechte Unterstützung durch zusätzlich zur Verfügung stehendes Personal in Form von Koordinatoren
  • Tagesstrukturierung durch Einzel- und Gruppenbetreuung mit zusätzlichen Tagesbegleitern
  • Strukturierte Vernetzung mit dem ambulanten Bereich (prä- und poststationär)
  • Schulungs- und Beratungsangebote für Angehörige z.B. zum Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen